
Bild:maccosta @ flickr.com
Sie sind die Dandys der Britischen Musikszene. Tindersticks sind modisch wie musikalisch extravagant. Jogginghose, Schlabberpulli oder auch Röhrenjeans haben in ihren Kleiderschränken Hausverbot. Das Trio aus dem zentralenglischen Nottingham tritt den Gang auf die Bühne stets im Anzug an. Passend dazu ist auch ihre Wortwahl in Interviews. Da fallen schon mal Begriffe wie „reinvigoration“ zu Deutsch „Neubelebung“ oder „Momentum“ – nicht gerade der typische Rock‘n'Roll-Jargon. Das wollen Tindersticks allerdings auch gar nicht sein. Auf ihrer Einfluss-Liste stehen Jazz, Swing und Chanson.
Anfangs sind Tindersticks noch zu sechst. 1992 kommen die Musiker in Nottingham zusammen und nehmen erste Demos auf. Alle sind sich darüber einig, dass sie keinerlei Hypes und Trends folgen wollen und so entsteht ihr besonderer Sound. Viel Melancholie, dazu experimentelle Bläser und Streicher – den zeitgleich aufkommenden Brit Pop lassen Tindersticks links liegen. Es erscheinen sechs Studioalben, bevor die Band 2003 eine ausgedehnte Pause einlegt. 5 Jahre später melden sich drei der Gründungsmitglieder zurück und legen das Album „The Hungry Saw“ vor.
Jetzt erschien ihr mittlerweile achtes Album „Falling Down A Mountain“. Die drei übrig gebliebenen Bandmitglieder vertrauen auch hier ganz bewusst ihrem gewohnten Stil. Wer moderne Synthiegewitter und Elektrobeats erwartet hat, wird enttäuscht. Auch nach 18 Jahren Bandgeschichte setzen Tindersticks auf dezente Arrangements, melancholische Melodien und – natürlich auf Anzüge.
Nächste Woche sitzen hier The Album Leaf und wählen ihre Lieblingssongs aus.



















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