
… mit den Ohren gucken!
Berlin ist nicht nur Hauptstadt der Musik, sondern auch Hauptstadt der Kunst. Und damit die auch mal zu Wort kommt, reißt Yaneq jeden Donnerstag die Ohren ganz weit auf und lädt sich die passenden Gäste aus der Szene ein.
Er informiert, welche spannenden Künstler gerade in der Stadt sind und welche Vernissage man auf keinen Fall verpassen sollte. Danach wird die maßlose Fülle an Galerien, Vernissagen, Aktionen und Auktionen keinen mehr schocken.
Radio Arty – Kolossale Musik, krasse Kunst und kulturelle Kollateralschäden – eine Stunde MotorFM zum Einrahmen und an die Wand hängen.
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Amélie Grözingers Werk ist von Fragen der Transformation und der plastischen Umdeutung beherrscht – gepaart mit einem mitunter schelmischen Humor und einer erfrischenden Unbekümmertheit. Die Mehrzahl ihrer Skulpturen der letzten beiden Jahre zeichnen sich durch ein glänzendes Lackfinish aus. Die vegetabilen oder kristallinen Strukturen scheinen durch den artifiziellen Überzug gleichsam an ihrer Ausdehnung gehindert worden zu sein. Es sind Objekte, die ihre Künstlichkeit nicht verleugnen, aber zugleich als Hervorbringung einer pulsierenden Vitalität bezeichnet sind. Wiederholt verwendete sie Äste, Stämme und anderen organische Fundstücke in Kombination mit diesen glatten, durchgearbeiteten Oberflächen in Verweis auf die fließenden Grenzen zwischen Natur und Kunst. Ihre Skulpturen bestehend aus armen Materialien wie Styropor, Gips oder Epoxidharz, wobei der Zusammenhalt der Teile mitunter bewusst provisorisch gehalten wurde.
Amélie Grözingers neue für die Ausstellung DEFAULT VALUES entstandene Arbeiten beschäftigen sich mit dem Verhältnis von serieller, standardisierter Normierung und den scheinbar fehlerhaften Abweichungen, wie sie in der Natur oder in einem körperlich gestimmten Schaffensprozess vorkommen. Dabei aktiviert sie das kreative Potential von ironisch gebrochenen Kontroll- oder Bezwingungsattitüden, etwa gegenüber einer fast abgestorbene Yucca-Palma, die mit Epoxidharz übergossen ist (Living Sculpture) oder bei drei ähnlichen Varianten einer abstrakt-organischen Form (Default I, II und III). Bemerkenswert ist bei dem noch jungen Werk von Amélie Grözinger der gewagte Schritt in den Raum mit zwei installativen Arbeiten. Wie schon bei ihrem jüngsten Beitrag zur Ausstellung ON PAPER in der Galerie Wendt + Friedmann (12.12.2009 – 01.09.2010) arbeitet sie bei der Installation Default Values mit mathematisch-geometrischen Origami-Modulen. In diesem Fall sie zu einem riesigen wuchernden Gebilde gesteckt werden, das die gesamte Decke eines Zimmers ausfüllt. Die zweite Installation in der Ausstellung, On Demand, besteht aus einer großen Anzahl von Gipsabformungen eines kleinen Apfelbaumstammes, die mit Magnetbändern und Kabeln zu einer raumgreifenden Geste verbunden sind. Der Apfelbaum stammt aus dem väterlichen Garten, wo er als ertragsloser „Misfit“ sein Dasein fristete, bis er vor Kurzem gefällt wurde. Im Gewand der Kunst erlebt er nun in serieller Form eine verdinglichte Auferstehung, die seine Verfügbarkeit als gleichsam zu bestellendes Objekt ins Bewusstsein rückt.
Amélie Grözinger lebt und arbeitet in Berlin. Nach einem Studium des Modedesigns (2002-04), der Philosophie und Kulturwissenschaften (2004-07) hat sie sich selbst Techniken der Bildhauerei angeeignet. In erstaunlich kurzer Zeit ist daraus ein sowohl von Künstlern als auch Kritikern geachtetes Werk entstanden, das sich bereits in diversen Ausstellungsbeteilungen niedergeschlagen hat.
2010
Eclectic, FMAB (Berlin)
2009
Auf Papier , Wendt und Friedmann (Berlin)
Kunstsalon (Berlin)
Preview Circus Minimus, (Berlin)
Zaunkönig, Galerie Wendt & Friedmann (Berlin)
Aufladen-Abfahren , A funny thing happend on the way to… (Berlin)
Das Unheimliche, Modulorhaus (Berlin)
Circus Minimus , Kunstraum Walden (Berlin)
2008
Kunstsalon (Berlin)
Menschmaschine, Galerie Wendt & Friedmann (Berlin)
Amélie Grözinger
DEFAULT VALUES
13. Januar bis 24. April 2010
Eröffnung: 12. März 2010, 18-22 Uhr


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Ivo Wessel (geboren 1965 in Paderborn) lebt als Software-Entwickler in Berlin. Seit Schultagen hat er – neben einer gewissen Zuneigung für Computer und Elektronik – eine ausgesprochene Obsession für Literatur und
zeitgenössische Kunst. Abneigungen: Lyrik und gegenständliche Malerei, Vorlieben: Prosa und Video-/Konzeptkunst. Teile seiner Kunstsammlung waren in der Fruchthalle Kaiserslautern, im Literaturhaus Berlin, in der Kunsthalle Kiel, im Kunstverein Göttingen und in der Galerie der Stadt Sindelfingen zu sehen.
Er schreibt Computerbücher über Entwicklung und Gestaltung von Software, die er gerne mit Zeichnungen seiner Lieblingskünstler wie Via Lewandowsky oder Ottmar Hörl und Nachworten seiner Lieblingsschriftsteller wie Max Goldt, Eckhard Henscheid oder Ror Wolf trüffelt.
Mit Reiner Speck und Michael Magner gibt er die Buchreihe „Sur la lecture“ im Rahmen der deutschen Marcel Proust Gesellschaft heraus. Mit Olaf Stüber zeigt er – so monatlich wie möglich – unter dem Motto „Videoart at Midnight“ Videokunst im Kino Babylon. Zur Zeit schreibt er ein Buch zur iPhone- Programmierung und hat jüngst – zusammen mit Gerd Harry Lybke – die „e- art-apps“ ins Leben gerufen: Kunst-Applikationen für das iPhone.



















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